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Swing high, Swing low“ – Auf den Spuren der „Lotterheinis


Swing Event am Berliner Hauptbahnhof

Während die Mehrzahl der deutschen Jugendlichen in den 30er und 40er Jahren im Gleichschritt marschierte, rebellierten die „Lotterheinis“ - wie die deutsche Swingjugend auch genannt wurde – swingend gegen das Naziregime.

Nach wie vor wird dieser Jugendkultur zu wenig Aufmerksamkeit geschenkt. Das wollten wir ändern.

Von April bis Juni 2008 setzten sich ca. 25 Berliner Jugendliche mit der spannenden Geschichte der Swingjugend auseinander. Unter professioneller Anleitung von zwei ATZE TheaterpädagoInnen lernten sie die Musik, die Mode und den Tanzstil des Swing kennen und setzten ihre Erfahrungen in Szene.

Auf der Herstellung von Verbindungen und Zusammenhängen zwischen Geschichte und Gegenwart lag ein wichtiges Augenmerk der theaterpädagogischen Projektarbeit. Auf die Reflexion von Jugend und Jugendkultur im historischen Kontext, die Sensibilisierung für ein Geschichtsbewusstsein, die positive Identifizierung mit Teilen deutscher Geschichte aus der Zeit des Nationalsozialismus bzw. die Förderung von Distanz zu rechtem und nationalsozialistischem Gedankengut wurde besonders viel Wert gelegt.

Im Verlauf des Projekts wurde intensiv an einer  Präsentation gearbeitet. Tanz und Theater wurden in einer Performance vereint, die am 22.6. den Berliner Hauptbahnhof zur Swing-Bühne machen sollte. Doch die Deutsche Bahn entschied sich, nach ersten Zusagen, kurzfristig gegen das Projekt. Der Bezug zum Nationalsozialismus war unerwünscht und: „Bahnhöfe sind keine Orte für politische Demonstrationen“.

Der abschließende Höhepunkt des Projekts fand daraufhin auf dem Washingtonplatz und in der Vorhalle des U-Bahnhofes am Hauptbahnhof statt. Die Performance wurde für alle Beteiligten ein voller Erfolg. In 17 kurzen Bildern wurde eine kleine Geschichte präsentiert, die von der Lust an Musik und Tanz, von Schellackplatten und Koffergrammophonen, von den Auseinandersetzungen mit der Nazi-HJ und historischen Begebenheiten erzählte. Alles in Anlehnung an eine Vorlage aus dem Jahre 1941, als am 22.6. in Hamburg Jugendliche einen provokativen Event am Hauptbahnhof platzierten und damit einen kleinen Skandal in der Stadt hervorgerufen hatten.

Zahlreiche Schaulustige, Freunde und Verwandte erlebten eine gelungene Performance der „Lotterheinis“ am Berliner Hauptbahnhof. Am Ende gab es viel Applaus und begeisterte Äußerungen über die Leistung der Jugendlichen. Das ganze Projekt stellte sich als etwas sehr besonderes heraus. Die große Gruppe der unterschiedlichen jugendlichen Teilnehmerinnen und Teilnehmer bot die Möglichkeit, neue Menschen kennen zu lernen. Der lebendige Umgang mit dem historischen Material spiegelte sich letztlich in der mutigen Spielweise der Jugendlichen wider. In relativ kurzer Zeit wurde eine Präsentation erarbeitet, die am Ende alle Beteiligten glücklich gemacht und sicherlich ihren persönlichen Erfahrungsschatz erweitert hat.

Mehr Informationen über das Event bei SpielART.


Das Projekt wurde gefördert von



Kontakt: ATZE Theaterpädagogik
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eMail: paedagogen@atzeberlin.de



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