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Konferenz der Tiere
Nach dem Roman von Erich Kästner. Musiktheater-Inszenierung, für alle ab 7 Jahren.
Aufführungsrechte: Verlag für Kindertheater, Verlag Uwe Weitendorf GmbH.
16 Tage nach der 3D-Kinopremiere von „Konferenz der Tiere“ bringt das ATZE Musiktheater seine auch politisch hoch aktuelle Theaterversion auf die Bühne. "Es geht um unsere Zukunft und die Zukunft der Kinder" lautet das Motto der Konferenz der Tiere, die von Elefant Oskar, Löwe Alois und Giraffe Leopatra angesichts der zunehmenden Umweltzerstörung einberufen wird. Als auch die 87. Konferenz der Staatspräsidenten ohne Ergebnis bleibt, beschließen die Tiere eine Reihe von Aktionen, um die Politiker ein für alle Mal zu zwingen, für eine friedliche, umweltfreundliche und kindgerechte Welt einzutreten. Denn während die versammelten Vierbeiner die Zeichen der Zeit erkennen, lässt sich mit Löwe Oskar über die Zweibeiner nur ein vernichtendes Urteil fällen: „Irren ist menschlich!“
Der Roman von Erich Kästner von 1949 hat sich zu einem Kinderbuch-Klassiker entwickelt, weil ihm das Kunststück gelingt, Kinder mit einer satirischen, fantasievollen Parabel für die zentralen Probleme auf unserer Erde zu sensibilisieren. Aber der große Moralist unter den deutschen Autoren wendet sich auch an die Erwachsenen. In seiner „Ansprache zum Schulbeginn“ mahnte der damals 50-jährige Kästner mit Nachdruck: „Lasst euch die Kindheit nicht austreiben! Die meisten Menschen legen ihre Kindheit ab wie einen alten Hut. Sie vergessen sie wie eine Telefonnummer, die nicht mehr gilt. Früher waren sie Kinder, dann wurden sie Erwachsene, aber was sind sie nun? Nur wer erwachsen wird und Kind bleibt, ist ein Mensch.“
Aktuelle Themen wie kriegerische Auseinandersetzungen, Umweltzerstörung und Klimawandel anzusprechen, die Ängste, Träume und Zukunftsvorstellungen von Kindern und Eltern in den Blickpunkt zu rücken und das alles in eine ebenso spannende wie humorvolle Inszenierung zu packen, ist das Verdienst dieser Premierenproduktion. Vier Musiker und acht Schauspieler in vierzig Rollen agieren unter der Leitung von Regisseur Matthias Witting mit großer Spielfreude. Wenn Lala, die divenhafte Eule, einen Reim an den anderen reiht oder Jumpy, das zerstreute Känguruh, mal wieder in seinen vielen Taschen wühlt, macht sich im Publikum garantiert gute Laune breit. In der Figur von General Zornmüller, der als liebevoller Vater aber auch als Vertreter der Staatsmacht portraitiert wird, zeigt sich dagegen das leidvoll bekannte Politikergebaren in all seiner Phrasenhaftigkeit. Ganz anders die Tiere, deren zupackendes Auftreten sich im zentralen Song der Inszenierung mit dem Titel „Springen“ offenbart. Im Gewand eines Rocksongs heißt es hier: „Steht ein Hindernis im Weg / so dass nichts mehr weitergeht / hilft kein Zaudern, hilft kein Klagen / kein Gerede und kein Tagen / Hilft nur springen / hilft nur springen.“
Das Produktionsteam um Eva Blum, Thomas Sutter und Matthias Witting würzt die Inszenierung mit einer ganzen Reihe kreativer Regie-Einfälle. Vor allem die musikalischen Nachrichten- Telegramme, die von den jeweiligen Konferenzen berichten, sind mit dramaturgischem Geschick und choreographischem Können gestaltet. Zusätzlichen Schwung bringt die Live-Musik in Rockband-Besetzung mit Keyboards, E-Gitarre, Schlagzeug und Bass. Wie schon bei der „Momo“- Inszenierung sorgt Thomas Lotz als musikalischer Leiter für den richtigen Ton.
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