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Gastspiel im ATZE-Musiktheater

Die Gezeichneten gestern und heute
Sonntag, 20.09.09 um 15.00 Uhr
Ein Musiktheater für mehr Offenheit und Toleranz untereinander
für Menschen von 10 bis 99 Jahren
Buch: Isburga Dietrich und Dr. Elke Warmuth
Regie: Isburga Dietrich, Johannes Funke, Dr. Elke Warmuth
Komposition/Musikalische Leitung: Christoph-Otto Beyer
Tanzchoreographien: Svenja Benzel
Bühnenbild: Dr. Max Freyland
Mittelalter in Ostfriesland
Bei der Feier zu ihrem 16. Geburtstag soll Elisabeths Verlobung mit Heinrich bekannt gegeben werden. Die ausgelassene Freude und die fröhliche Feier enden abrupt, als beim Tanz ein verräterischer Fleck auf Elisabeths Schulter sichtbar wird. Die „Lepra-Beschau“ ergibt einen positiven Befund und nach dem Aussegnungsritus, mit dem Elisabeth für die Kirche, die Gemeinde und ihre gesunden Mitmenschen „gestorben“ ist, wird sie lebendig begraben im Kinderhaus vor den Toren der Stadt. Sie wird im Leprosorium weggesperrt. Künftig muss sie ihr Kommen mit lautem Geklapper ankündigen, damit die guten Bürger der „Unreinen“ aus dem Weg gehen können.
Eines Tages erkennt Heinrich die verkrüppelte Bettlerin in der Gosse, seine Elisabeth….
Norddeutschland, 2009
Lisa hat den Schwarm aller jungen Mädchen erobert: Sascha ist cool. Er sieht gut aus, feiert gerade seinen 18. Geburtstag und kommt an Stoff, den er sich mit seinen Kumpels gern mal durch die Nase oder in der Spritze aufzieht. So sieht Lisa das jedoch nicht - vielleicht macht die erste Liebe besonders blind. Sie gibt sich ihm hin, trotz besseren Wissens und aller Warnungen aus dem Freundeskreis, im wahrsten Sinne: schutzlos. Katerstimmung als die Monatsblutung ausbleibt und der Arztbesuch unumgänglich wird. So erfährt Lisa, dass sie sich nicht eine Schwangerschaft, sondern den AIDS-Virus eingehandelt hat. In allerkürzester Zeit lernt sie, dass sie fortan kaum noch Freunde hat.
Dieses faszinierende Theaterstück verbindet auf verblüffende Weise die Geschichte der leprakranken Elisabeth im 16. Jahrhundert mit dem Schicksal der AIDS-infizierten Schülerin Lisa heute. Darstellendes Spiel, Tanz, Livemusik, Gesang und wirkungsvolle Gruppenszenen veranschaulichen die schicksalhaften Verkettungen der Figuren.
Aufwendig inszeniert, mit mittelalterlichen Originalkostümen und Originalinstrumenten, an Originaltexten des 16. Jahrhunderts anlehnend, stellt sich der mittelalterliche Teil dar.
Der zweite Teil: peppig, fetzig, laut. Die sehr humorvolle Auseinandersetzung mit Sex, Verhütung und AIDS lässt vor allem junge Zuschauer nicht mehr auf den Stühlen sitzen. Die Botschaft der Gruppe: ein Plädoyer für mehr Offenheit und Toleranz untereinander, fesselt den Zuschauer und geht unter die Haut. Es ist eine mitreißende und bewegende Theaterproduktion.
Es spielen: Kinder, Jugendliche und Erwachsene der Jugendtheaterprojektgruppe aus Aurich.
Es singen: Melanie Holzsteger und Michael Fuchs
Es musizieren: Christoph-Otto Beyer/Klavier; Krummhörner Spielleute unter der Leitung von Hans-Jürgen Tabel
Der Eintritt ist frei!!! Spenden zugunsten sozialer Projekte sind herzlich willkommen.







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