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Katja Dittmann
Die ATZE Verwaltungsleiterin wŁnscht sich einen thematischen Exkurs jenseits von Corona

Hier im Atze gibt es eine Menge zu tun, weil so viel geregelt werden muss. Ich schreibe permanent Emails in alle möglichen Richtungen, telefoniere, organisiere. Klar, das ist natürlich mein Job. Wir versuchen uns auch aus der Ferne gut um alle Kolleg*innen zu kümmern und haben Pläne gemacht, wie wir alle sicher durch diese Krise bringen können.

Ich denke viel an das Atze-Team und gerade bei den Freiberuflern geht es ja um die Existenz. Diese müssen wir entlasten und wir haben jetzt hoffentlich eine Lösung gefunden, die ihnen ein bisschen hilft. Aber ich denke auch an die Kolleg*innen, denen das Zuhausesein nicht gut bekommt und versuche den Kontakt zu halten.

Ich bin gespannt, was diese Krise mit der Gesellschaft macht. Wäre ich in der Wissenschaft, würde ich mich gerne mit der Analyse dessen beschäftigen. Zum einen finde ich den öffentlich ausgetragenen Egoismus erschreckend. Warum haben wir in einem Land wie Deutschland sofort die Angst, uns nicht mehr versorgen zu können? Wäre nicht alles viel entspannter, wenn wir unsere Einkäufe einfach ganz normal weitergeführt hätten? Und was macht diese Krise mit der Zwischenmenschlichkeit? Wissen wir uns und unsere sozialen Kontakte wieder mehr zu schätzen? Ändern wir unser Verhalten und leben ab sofort viel bewusster, weil wir alle auch mal eine Form von Verlust (Freiheit, Geld, Nahrung, soziales Leben usw.) erlebt haben? Oder sind wir alle in unseren Grundfesten so erschüttert, dass wir ab sofort misstrauisch und verunsichert sind und uns deshalb noch mehr vereinzeln? Ich jedenfalls hoffe, dass wir dynamisch aus dieser Krise in die Zukunft gehen!

Meine aktuelle Situation ist die, dass ich viel um die Ohren habe und es noch gar nicht geschafft habe, irgendwelche „alten Aktenberge“ abzuarbeiten. Die liegen also unverändert da, wo sie sich seit Wochen stapeln…

Was mich persönlich am meisten nervt ist, dass Corona wirklich überall stattfindet und überall nur noch davon geredet wird. Information ist gut und wichtig, keine Frage. Aber muss sich wirklich jede Radiosendung damit beschäftigen? Muss das Virus aus allen Perspektiven betrachtet werden, zu allem in Relation gesetzt werden? Vielleicht höre ich die falschen Sender, aber es vergeht ja kaum eine Minute, wo nicht das Wort Corona fällt. Ich glaube, dass tut der Gesellschaft nicht gut und es muss doch auch mal möglich sein, einen thematischen Exkurs machen zu dürfen – gerade weil die Lage so ernst ist.

Ich wünsche mir Zeit, auch mal gedanklich durchatmen zu können! Und ich freue mich auf das „Danach“ und auf die Energie, die dann im lebendigen Atze wieder fließt.

>> Briefe von Zuhause #10


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