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Christian Schadler
hat die Fenster geputzt und hat nicht die Nase, sondern ein Notenpult voll
Liebes ATZE Publikum, liebe Kolleg*innen,

mittlerweile sind es ja bereits Wochen, die das ATZE Musiktheater geschlossen bleiben muss.

Nach dem Erstarrungsreflex der ersten Tage und der Ungewissheit, welche neuen Regeln man zum Wohle aller zusätzlich einhalten kann, habe ich mir für die Zeit der häuslichen Isolation vorgenommen möglichst bisherige Gewohnheiten beizubehalten (z.B. füreinander kochen, 3x pro Woche joggen) und auch neue zu entwickeln ... oder eben nicht!

Also, trotz allem: abends nicht ewig Serien gucken; Wecker stellen und dann auch aufstehen; nicht den halben Vormittag im Schlafanzug abhängen, mich auch mit anderen Themen als diesem Virus und seinen Folgen zu beschäftigen. Zugegeben, das alles klappt (noch) nicht immer.

Der strahlende Sonnenschein zeigte unmissverständlich, wie schmutzig unsere Fenster waren, also war mein erstes häusliches Wochenprojekt:  jeden Tag ein Fenster putzen – „Let the sunshine in!!!“ Andere lästige Pflichten, die sowieso irgendwann erledigt werden müssen, wie z.B. Steuerunterlagen sortieren, stehen aber noch immer auf meiner zu-tun-Liste.

Genauso wie ab einem bestimmten Zeitpunkt Proben und Vorstellungen in Theatern nicht mehr möglich waren, kamen auch alle anderen musikalischen Projekte fast komplett zum Stillstand – Chor, Vokaltrio, Band. Natürlich habe ich die Möglichkeit zuhause zu singen oder ein Instrument zu üben und mich vorzubereiten - das gemeinsame Erlebnis kann derzeit nicht stattfinden (oder durch technische Lösungen wie Chats u.ä. halt nur angedeutet werden). Das ist schade und nervt, ist aber momentan für das allgemeinen Wohl einfach notwendig.

Meine Eltern und Geschwister wohnen in Österreich. Mit ihnen skype ich jetzt noch öfter als sonst. Unsere Tochter wohnt nicht weit von uns entfernt hier in Berlin, trotzdem besuchen wir uns nicht, sondern telefonieren miteinander. Nach dem Ende der (bereits verlängerten) Semesterferien wird sie versuchen, ihr Tiermedizin-Studium möglichst digital weiter zu betreiben. Dabei ist aber aus heutiger Sicht Vieles sehr ungewiss.

Da die meisten von uns jetzt zuhause sind, wünsche ich uns allen, dass wir dabei gesund, mutig und fröhlich bleiben - und auch geduldig miteinander. Ich freue mich schon darauf, euch alle im ATZE wiederzusehen – nicht nur „live und in Farbe“ (das geht auch am Computer), sondern  „ganz in echt“!

Bis dahin, liebe Grüße, Christian."

#briefevonzuhause

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Christian Schadler steht bei uns in vielen Inszenierungen auf der Bühne, in „Emil und die Detektive“, „Bach-Das Leben eines Musikers“,  „Eine Woche voller Samstage“, „Steffi und der Schneemann“ sowie „Ben liebt Anna


>> Briefe von Zuhause #15


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