Ticket-Hotline
030 817 991 88
tickets@atzeberlin.de

Lubo Indjov
taucht in seinem Probenkeller ab und macht den Reality-Check mit Geschichts-Dokus

Ich spreche diese Zeilen als Sprachaufnahme in mein Handy um sie später zu notieren. Es ist ein sonniger Tag und meine Lungen füllen sich mit angenehm kalter Luft während des morgendlichen Spaziergangs mit meiner Freundin und unseren 2 Hunden.

Das Corona Virus scheint in den Menschen verschiedene Seiten hervorzuholen. Manche sind freundlicher denn je und wiederum andere geben mir das Gefühl, sie würden ihrem Henker höchstpersönlich in die Augen schauen, wenn ich neben ihnen in dem kleinen Supermarkt von nebenan meine Bananen kaufe. Vielleicht beziehen sich diese Blicke auch gar nicht auf die Distanzregeln, sondern auf der Tatsache, dass ich jetzt meiner Vorliebe für Knoblauch freien Lauf lasse. Das gilt immerhin als natürliches Antibiotikum, kann also nicht so schlecht sein, oder?

Das Wegbrechen des normalen Arbeitslebens macht es auch möglich schräge Klamotten und Frisuren auszuprobieren –  es sieht mich doch eh niemand. Außerdem wollte ich schon immer mal wissen was passiert, wenn man sich 1 Monat die Haare nicht wäscht (HA, HA, HA!). Die freie Zeit verbringe ich zu 90 % in meinem Proberaum und schreibe und produziere dort ein Album für meine Band. Oft tauche ich in diesem Prozess so sehr ein, dass ich komplett überrascht bin, wenn ich auf der Straße wieder einen Menschen mit Handschuhen und Maske sehe. Ach ja stimmt, Corona!  
Die Konzert- und Veranstaltungsverbote und die damit verbundenen existenziellen Bedrohungen sind für mich als Musiker deutlich spürbar, aber ich versuche solchen Situationen mit Gelassenheit zu begegnen. Immerhin sitzen wir alle im selben Boot. Raus kommen wir meiner Meinung nach nur mit geschlossener Solidarität. Ich versuche meinen Teil dazu beizutragen indem ich jetzt mehr denn je mein Brot beim lokalen Bäcker, mein Gemüse beim lokalen Gemüsehändler und auch online bei lokalen Geschäften einkaufe. Aufgrund der hohen Nachfrage produzieren viele dieser Geschäfte zurzeit auch Mundschutzmasken und Schutzkleidung. So auch im Laden meiner Freundin. Sie ist Kuscheltier-Designer und da sie mit Stoffen arbeitet, wurde sie solange mit Anfragen für Mundschutzmasken bombardiert bis sie schließlich klein beigab und jetzt welche in ihren Online-Shop gestellt hat. Wer Interesse hat kann hier vorbeizuschauen: https://www.glaubeundwahrheit.de/shop/mund-und-nasenmaske/

Ich neige in Krisensituationen auch dazu mir Dokus über Geschichte anzuschauen. Eine Doku über Tschernobyl oder Stalingrad relativiert ziemlich schnell meine eigenen Sorgen und Probleme während der Corona-Zeit. Die Erde wird sich weiter drehen, das hat sie schon immer getan.

------------------------------------------------

Lubo Indjov ist Teil der ATZE Band und spiel als Musiker in „Eine Woche voller Samstage“ sowie „Ben liebt Anna“ mit. Daneben hat er mit Bruder Nici die ziemlich coole ProgRock Band Zapryan am Start. Sehenswert ist auch sein Solo-Song Pain Curator mit animierten Illustrationen seiner Freundin.

 


>> Briefe von Zuhause #13


© Atze 2020 | E-Mail an Atze | Kontakt | Webadmin | Impressum | Datenschutz