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Jelka Habert
arbeitet morgens im Schlafanzug und macht sich abends trotz Yoga Sorgen um die Zukunft

Es ist nicht so einfach im Homeoffice die Arbeits-Routine zu bewahren. Statt einer Stunde mit wach-werden, duschen, anziehen, frühstücken, fertig-machen und einer halben Stunde Bahn-fahren und ankommen im Büro bin ich jetzt in 15 Minuten fertig und sitze meist im Schlafanzug am Laptop mit dem Frühstücksbrot-Teller und einem Tee vor mir. Eigentlich auch mal ganz schön und gemütlich.

Obwohl das Internet des Öfteren mal hakt und es manchmal doppelt so lang braucht, ein Dokument zu öffnen, bin ich doch ganz froh, dass wir überhaupt Internet haben! So kann ich viele Aufgaben statt im Theater hier zuhause erledigen, Filme mit meinen Mitbewohnerinnen schauen und mit Freund*innen video-chatten. Ich bin froh in dieser Zeit mit so vielen Menschen in Kontakt zu sein, auch mit Personen die ich lange nicht gesehen habe.

Wenn ich abends alleine im Bett liege mache ich mir aber schon manchmal Sorgen über das alles. Wie lange wird das noch gehen und wie lange werde ich meine Freund*innen nicht wirklich real sehen und umarmen können? Wie muss es wohl all den Menschen gehen, die jemanden verloren haben? Ich schwanke zwischen dem Wunsch, mich täglich zu informieren wie die Welt mit dem Virus umgeht und dem Versuch mich nicht von den vielen Todeszahlen herunterziehen zu lassen.

Was mir Kraft gibt? Zuhause in meiner WG von zwei lieben Menschen umgeben zu sein, Yoga und ein bisschen Sport, ausgiebige Kochabende und die Zeit, einfach mal mitten am Tag spazieren zu gehen.


>> Briefe von Zuhause #12


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